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450 kilometers by roadbike in 4 days from Bremerhaven in Germany trough Oldenburg to Emmen and Groningen in the Netherlands and back to Bremerhaven

This is currently being translated to english :)

A few weeks ago I made the decision to visit Jarno in the Netherlands. Er hatte mich bis zum Schluss als meine rechte Hand während meiner Selbstständigkeit unterstützt, und da wir während dieser Zeit gute Freunde wurden, war es mir sehr wichtig, ihn persönlich kennenzulernen. Da ich sowieso in den nächsten Monaten eine größere Rennrad-Tour durch Europa machen werde, war das auch eine gute Möglichkeit, ein wenig zu trainieren und auszuprobieren, wie viel ich auf meinem Rennrad transportieren kann.

Der ursprüngliche Plan sah vor, dass ich am Dienstag von Bremerhaven nach Wilhelmshaven fahren würde, abends einen Freund in Schortens besuche und die Nacht in Wilhelmshaven verbracht hätte. Von dort aus sollte ich am Mittwoch nach Emmen in die Niederlande fahren und Jarno treffen. So hatte ich die Route eigentlich vorbereitet:

Am Montag, also einen Tag, bevor es losgehen sollte, entschied ich mich dazu, doch nicht nach Wilhelmshaven zu fahren, aber meine Reise dennoch am Dienstag, ohne wirkliches Ziel, zu starten.

Mein Fahrrad hatte ich am Vormittag, wenige Stunden bevor es los ging, gepackt. Ich habe versucht, nur Sachen mitzunehmen, die ich wirklich brauchen werde: Badsachen wie Zahnbürste und Zahnpasta, Handtuch, Waschgel und Rasierer, außerdem ein paar leichte Klamotten und eine Regen- und Windjacke. Mit dabei war auch ein dünner Schlafsack, nur für den Fall, dass ich eine Nacht im Freien verbingen musste, was bei den aktuellen Tempertaturen kein Problem darstellt. Ich habe alles in den Hüllen von anderen Schlafsäcken verstaut und mit Spanngurten an meinem Rad befästigt. Für den Fall, dass ein Spanngurt nachgibt, habe ich natürlich Ersatz dabei gehabt.

Dinge wie meine Powerbank, Kabelbinder, Toilettenpapier und Sonnencreme habe ich im Rucksack verstaut. Abgesehen von einer Luftpumpe, die, wie sich später herausgestellt hat, kaputt ist, hatte ich keinerlei Reparatur-Utensilien dabei, was mir nicht unbedingt ein gutes Gefühl gegeben hat - meine Reifenmäntel müssen ohnehin längst ersetzt werden.

Oldenburg

Ich habe um 13:30 mein zu Hause verlassen und mich auf den Weg zur rund 11km entfernten Weserfähre gemacht, die mich von Bremerhaven nach Blexen bei Wilhelmshaven bringen sollte. Mario, ein Freund von mir, ist auf dem Weg dort hin zu mir gestoßen und hat mich begleitet. Während wir auf die Fähre gewartet haben, konnten wir dabei zusehen, wie ein Containerschiff von zwei kleinen Schleppern durch den Hafen manövriert wurde.

Nach dem ich die Fähre verlassen und mich auf den Weg zum nächsten Supermarkt gemacht hatte um mich mit Proviant für die Weiterfahrt auszurüsten, habe ich einen langen Stau vor der Einfahrt zur Weserfähre nach Bremerhaven filmen können. Das ist doch ein gutes Beispiel dafür, warum Radfahren viel stressfreier als Autofahren ist ;)

Am abend habe ich nach rund 65km Oldenburg erreicht. Da mein Gastgeber für Dienstag Nacht bis 23 Uhr beschäftigt war, konnte ich den Schlossgarten Oldenburg erkunden und habe mich, als es kälter wurde, in ein Café gesetzt und eine heiße Schokolade getrunken.

Mein Gastgeber war Simon, ein 28 Jahre alter Lehramts-Student, der mit anderen Studenten in einer Wohngemeinschaft wohnt. Er hat mich am Café aufgesammelt und wir haben bei einem Bier auf seinem Balkon einen schönen abend miteinander verbracht.

Dies war meine Route von Bremerhaven nach Oldenburg. Die mit rot markierte Strecke habe ich nicht mit Komoot aufgezeichnet, da ich den Weg zur Fähre von zu Hause kenne.

Emmen

Am Dienstag bin ich um 10 Uhr aufgestanden und habe mein Fahrrad bepackt, mich in einem Supermarkt mit dem Nötigsten ausgestattet und meine 120km lange Reise in die Niederlande begonnen.

Viel habe ich nicht zu berichten über den ersten Teil der Route. Die Straßen und Radwege waren aber deutlich besser als in und rund um Bremerhaven.

Transrapid Teststrecke Emsland

Die Transrapid-Versuchsanlage im Emsland war ein Testgelände für die Transrapid-Magnetschwebebahn und wurde nach einem Unfall im Jahre 2006 geschlossen (Wikipedia). Ich musste dort einfach vorbeifahren und ein paar Schnappschüsse machen. Eines Tages möchte ich dort noch einmal anhalten und die gesamte Anlage mit meiner Actioncam abfahren.

Um 17:45 Uhr habe ich endlich die Grenze zu den Niederlanden erreicht. Ein alter Mann, der mit seinem Hund Gassi gegangen war, hat mir alles Gute für meine weitere Reise gewünscht und das hatte mich sehr motiviert.

Mit all der Motivation habe ich meine Weiterreise nach Emmen angetreten. Das Fahren auf den Straßen und Radwegen in den Niederlanden ist sehr entspannt und es gibt einem das Gefühl, die Kommunen würden viel Geld in die Fahrrad-Infrastruktur investieren.

Diese Schilder habe ich fast überall gesehen. Nachbarn sind zusammen in einer WhatsApp-Gruppe und berichten sich gegenseitig über merkwürdige Geschehnisse in der Nachbarschaft. Auf der Karte ist zu sehen, wie populär dieses System in den Niederlanden ist. Was ich davon halten soll, weiß ich nicht so recht…

Fahrrad-Ampeln in Emmen, sehr cool. Wenn ich bei voller Geschwindigkeit auf eine rote Ampel zufahre kann ich sehen, ob die sie gleich grün wird oder nicht, und muss gegebenenfalls nicht abbremsen und wieder anfahren, was wiederum viel Kraft spart.

Meine Gastfamilie hat mir ein Zimmer mit Bad und Terasse in ihrem Haus in der Nähe des Stadtzentrums von Emmen bereitgestellt. Damit war ich sehr zufrieden und hatte am abend meine Privatsphäre und Zeit für mich.

Am Donnerstag habe ich Jarno getroffen. Er hat mich bei meiner Gastfamilie abgeholt und wir haben uns auf dem Weg in das Stadtzentrum gemacht.

Dies ist das Atlas Theater mit einer unglaublichen Architektur. Auf dem Vorplatz sind angeschrägte Wasserbecken, die sich bei viel Regen vermutlich vergößern und nachts außerdem bunt beleuchtet werden.

Rensenpark Emmen

Hunebed

Groningen

Am späten Nachmittag half Jarno mir dabei, mein Fahrrad für meine Weiterfahrt nach Groningen vorzubereiten. Ich wollte erst am abend losfahren, da es an diesem Tag sowieso nur 50km werden sollten und ich somit ohnehin alle Zeit der Welt hatte.

Mit ungefähr 250km auf dem Tacho verließ ich Emmen und machte mich auf den Weg gen Norden.

Mit 280km auf dem Tacho erreichte ich gegen 21:30 Groningen. Ich machte nur eine Pause kurz bevor ich das Stadtzentrum erreichte, um meinen Gastgeber zu kontaktieren und seine Adresse ausfindig zu machen.

Mein Gastgeber in Groningen war ein junger Student, das “Gästezimmer” war eine Matratze mit Bettzeug in seinem Stundentenzimmer. Genau das, was ich mir unter “Bed and Breakfast” vorstelle. Da er in einem großen, alten Wohnhaus mit Gemeinschaftsküche- und Badezimmer wohnte, war es unvermeidbar, mit anderen Mitbewohnern in Kontakt zu treten und es war eine tolle Erfahrung, sie kennenzulernen. Ich denke, dieser Erfahrung muss jeder selbst gemacht haben, um das nachvollziehen zu können. Um seine Privatssphäre zu schützen, habe ich keine Bilder gemacht. Wir haben unsere Handynummern ausgetauscht und ich werde dort sicher in der Zukunft noch einmal vorbeischauen.

Am Freitag traf ich Rick in Groningen, einen ehemaligen Kunden aus der Zeit meiner Selbstständigkeit. Zuerst einmal habe ich mir eine Radhose gekauft, da mein Hintern schon am Dienstag verdammt weh getan hat…

Natürlich musste ich in den Niederlanden unbedingt klassische niederländische Waffeln probieren und zu meiner Überraschung konnte ich auf der Straße mit meiner Debit-Karte bezahlen! Sowas würde in Deutschland niemals möglich sein, hier kann ich schließlich meistens nichtmal beim Bäcker mit Karte zahlen.

Zurück nach Bremerhaven

Um ca 14 Uhr machte ich mich auf den Weg zurück nach Hause und hatte Leer als mein nächstes Ziel im Sinn.

Um 21 Uhr realisierte ich, dass ich es tatsächlich nicht schaffen würde, die letzte Fähre von Blexen nach Bremerhaven um 22:20 Uhr zu erwischen, also rief ich meine Mutter an und bat sie darum, mich durch den Wesertunnel bis nach Bremerhaven zu fahren. Um 0:15 Uhr am Samstag morgen durchfuhren wir den Wesertunnel.

Um 2:30 Uhr war ich endlich fast zu Hause. Zum Ausklang konnte ich nochmal auf der glatten Sieverner Straße fahren, denn hier fahren nachts garantiert keine Autos. Insgesamt habe ich auf meiner Radreise 430km zurückgelegt.

Der Freund, der mich am Dienstag zur Weserfähre gebracht hatte, begleitete mich mit zu mir nach Hause und wir haben noch ein wenig im Garten gesessen, bevor wir schlafen gegangen sind.

Ich hätte auf dieser Reise mehr Fotos machen sollen. Auf der nächsten Tour werde ich mehr Fotos machen und auch meine Actioncam mitnehmen, die ich leider am Dienstag zu Hause vergessen hatte.

Meine nächste Tour soll schon im Juli stattfinden und ich werde wieder die Niederlande durchqueren.