Fintech Analyse

Welches Fintech macht dieses Jahr das Rennen? Sehr gute Frage! Versuchen wir mal kurz zusammenzufassen welche meine Favoriten sind. Bei diesem Beitrag werden die alten klasichen Filialbanken sowie alte Direktbanken nicht angesprochen.

Meine klaren Favoriten sind bunq und Revolut. Aber fangen wir mit dem Übel an und steigern uns 🙂

yomo

Auf meiner Liste auf dem letzten Platz steht – Trommelwirbel – yomo. In den letzten Monaten gab es um das Projekt nur negative Schlagzeilen. Die Sparkasse Bremen sowie Hamburg stiegen aus dem Projekt raus. Man möge auf ein kostenpflichtiges Konto wechseln oder werde gekündigt. Seit vielen Monaten gab es kaum neue Dinge welche ein FinTech ja erst ausmachen. Vor 11 Monaten ging die App im iOS App Store live und hat ganze 3,5 Sterne. Die meisten Updates waren lediglich BugFixes. Die wenigen großen Neuerungen waren ein Dispo, Pushes für Kwitt Zahlungen, Emojis bei Kwitt aber nur yomo intern. Naja, das war es auch schon. Soviel Zeit benötigt die Sparkasse für ein FinTech um es also in den Boden zu stampfen aufgrund von Planungslosigkeit und Streits zwischen den paar Bankvorständen. Letztes Update war vor 2 Monaten mit Bugfixes und aktuell startet die App unter iOS 12 nicht. Ein Umzug des Gerätes geht aktuell auch noch immer nur mit Video-Ident – Backups funktionieren nicht.

MISTERTANGO

So ganz den Sinn davon habe ich noch nicht verstanden. Es gibt keine Knaller Features sondern wohl nur ein einfaches Konto mit Debit Mastercard (ohne NFC!), ein Geschäftskunden Konto und eine sehr einfache Gebührentabelle.

Fidor

Fidor hat seit dem Jachreswechsel auch nur die gratis Währungsumrechnung AEE von 0,0% auf 1,5% angehoben. Die Sparpläne wurden abgeschwächt und auch sonst tat sich sichtlich nicht sehr viel. Außer ein Beitrag von Kabel1 welcher sehr negativ Berichtete. Die großen Vorzüge der Fidor SmartCard sind ja noch immer die Mastercard/Maestro Kombination und das offline Limit falls das Terminal die Zahlung nicht online genemigt bekommt. Ansonsten wirken sie sehr altbacken mit SMS TAN’s sowie die altbakenen Apps.

DiPocket

DiPocket hat seit der ankunft der Karte nichts offensichtliches geändert. Nur die Verifizierung wurde spontan ungültig und ich musste mich revalidieren. Es ist dennoch ein Geheimtipp für die Google Pay wie sie auch KBC IE gratis anbietet. Mit der großen Ausnahme, das DiPocket bereits aber 13 Jahren möglich ist. Das kann ansonsten nur bunq welches nur Apple Pay unterstützen und nicht Google Pay. Ansonsten die normalen Features wie Push, Debit Mastercard, keine versteckten Gebühren, Gemeinschaftskonten und 4 Währungen Euro, Pfund, Dollar und Zloty.

Transferwise

Transferwise ist ja durch N26 bekannt sobald es um internationale Überweisungen geht. Diese kosten pro Auftrag 2€ pauschal welches Revolut gratis anbietet. Nun hat man versucht mit Transferwiese Borderless ein eigenes Konto Modell zu etablieren. Aber wehe man möchte etwas auszahlen, dann kostet es 60ct… Immerhin sind Einzahlungen mit Mastercard und Visa gratis. Die Debit Mastercard verspricht die besten Kurse wie auch der Dienst selbst. (INFOS)

Cringle

Ob Cringle je Fuß fassen wir wage ich zu bezweifeln. Erste Kritik von mir waren die fehlende Unterstützung nicht deutscher Banken. Die Wettbewerbszentrale kümmert sich da hoffentlich mal darum, bald, irgendwann. Die Usability ist ansonsten ganz angenehm aber auch trotz großen Finanzierungsrunden mit 600k gab es bislang nichts neues. Mal schauen was Cringle v2 mit der DKB Bank im Hintergrund dann so bringt.

LeuPay / iCard

Die beiden sind im gegensatz zu den beiden Apps und Websiten ein und das selbe. LeuPay bekommt seine Karten von iCard. Irgendwie wie EINFÜG. Meine 64 Stelligen Passwörter waren jedenfalls zu viel für die beiden Seiten. Sind aber beides Karten der Visa FinTech Serie. Anfangs war es um Visa mit FinTechs außer im Bereich von BitCoins sehr ruhig und aufeinmal sprießen sie aus dem Boden. Man bietet aber 10 IBANs in verschieden Währungen an sowie zwei gratis Visa Karten welche die entsprechende Währeung hinterlegt haben. Dies erpsarrt die lässtige Abwahl von DCC (Dynamic Currency Conversion) wo der Aquirer (Terminal Aussteller) und Automatenbetrieber gut dran verdienen.

Tikkie

Auch Tikkie ist bei mir raus durch die Verletzung der EU SEPA Verordnung. DE ist in der Vorauswahl und es lässt sich auch nicht ändern. Ist halt auch von MoneYou welche dies seit anbegin der Zeit machen. Beide haben aber auch eine grottige Sicherheit. Tikkie hat meine Handynummer gar nicht erst überprüft und MoneYou hat wie viele deutsche Banken eine sehr komische Login kennung und ermöglicht keine 64 random Passwörter. Genutz habe ich die App daher nie.

ToMoRRoW

Viel Wirbel gibt es nicht auf Twitter. Unangenehme Fragen wurden einfach nicht beantwortet. Letztens wurde dann bekannt, dass ihr derzeitiges Alleinstellungsmerkmal mit der “grünen Karte die Bäume pflanzt” leider erstmal nichts wird. Die Polymilchsäure (Meisstärke) Karte ist leider nicht sehr haltbar. Ich wo für eine Welt ohne Plastik ist, würde mich bei jeder Bank natürlich am Anfang über Apple / Google Pay freuen. Das Fallback wird es noch lange geben. Aber in die Zukunft sehend könnte es wegfallen. Ansonsten ist es derzeit leider nur ein N28 (N27 ist schon yomo). Es ist natürlich schön zu wissen, dass die Bank mit den Einlagen keine Hochhäuser baut, Firmen kauft und Risikoinvestments macht. Aber das macht kein mir bekanntes FinTech oder ich/man weiß es einfach nicht. Hier werden einfach Bäume geplanzt und Projekte unterstützt. Gut könnte man auch selbst, aber wer macht das schon…

Wavy

Wavy ist ganz cool für das schnelle versenden ohne großes kyc (know your customer). Es wird ein Link generiert welcher man einfach seinem/n Freund/en senden für das Essen, Trinken, Hobby, die Fahrt. Ganz einfach, der Empfänger trägt seine kontonummer ein, dann bekommt der Versender eine Push. Es muss nur noch die Zahlung via Lastschrift oder mit (Debit) Mastercard/Visa abgeschlossen werden und fertig ist das ganze. Recht simple ohne vorherige Validierung der Konten via Überweisung.

Monese

Das Konto für jedermann im Europäischen Wirtschaftsraum über 18 Jahre. Das sind die einzigen Vorraussetzungen, keine Wohnsitznachweis o.Ä. Man kann also länger als 1 Jahr in den USA leben, zwei Staatsangehörigkeiten besitzen und das Konto wird nicht gekündigt. Auch spielt hier die Bonität keine Rolle wie bei N26, Fidor oder yomo (bis auf die Sparkasse Paderborn-Detmold). Mit Karten in der Währung Euro und Pfund kann man auch das Konto und in diesen beiden Währungen führen.

Curve

Seit dem Launch von Curve mit der Karte für nicht selbstständige, hat man hier natürlich viel mehr Kunden erhalten. Mit dem Wegfall der prepaid Karte und der Einführung der Debit Mastercard kamen dann noch viele neue Cashback Firmen dazu (auch deutsche) sowie die consumer Karte. Leier keine virtuellen Karten, kein Google oder Apple Pay und kein 3D Secure. Eher Beständigkeit als etwas neues ist aktuell hier der Fall. Es gibt aber im Moment Umfragen und Präsentationen von neuen Produkten mit Befragungen. Man kann also gespannt sein was nach dem Run auf die neuen Karten und die vielen neuen Kunden nun auf uns wartet. Es vereinfacht jedenfalls vieles was meine Karten für Unterwegs anbetrifft.

.boon

.boon ist solange es kein Apple Pay in Deutschland und Co. gibt wo es .boon gibt natürlich weit oben angesiedelt. Man bekommt ohne große Hürden wie Versand ins Ausland mit Weiterleitungen und langen Wartezeiten auf die neue Karte eine schnelle Möglichkeit sich eine Apple Pay fähige Mastercard zu besorgen. Zwar wurden die ersten 12 gratis Monate auf 3 gesenkt aber bei gratis automatischen und manuellen Aufladungen mit der vorhandenen Kreditkarte ist es das wert. Alleine der Blick wenn man mit dem Smartphone oder der Uhr bezahlt ist #unbezahlbar.

N26

Das anfängliche vorzeige Startup hat es in letzter Zeit echt schwer. So viel Konkurrenz welche so vieles besser macht. Da musste wohl ganz schnell der Schwanzvergleich herhalten und man brauchte 1 Millionen Kunden wo Revolut ja schon 2 Millionen hat. Anders kann ich und andere die aktuelle Werbekampagne einfach nicht erklären. Es ist wohl eher das Gegenteil zu verstehen bei so einer Werbung. Aber seit dem Launch der N26 Bank GmbH gab es mehr Probleme als es neue Dinge zu entdecken gab. Apple und Google Pay sind hier halt nicht verfügbar. So blieben nur die Käfer übrig, der schlechte Kundensupport und die versprechen was denn alles noch so kommen wird. Dann wurde das SCHUFA Versprechen auch noch gebrochen und Kunden erster Stunde eingetragen. Zu dem letzten Deal wo N26 sich von den Chinesen aufkaufen ließ ganz zu schweigen. Aber hey, man bekommt bald eine shiny Metal Karte…

bunq und Revolut

Revolut

Jetzt kommen wir zu unseren beiden Finalisten. bunq und Revolut

Mein klarer Favorit ist aktuell bunq. Ich verwende bunq für alles was ich aktuell mache bis auf wenige Ausnahmen wie z.B. Währungsumrechnung wo ich Revolut verwende, die Revolut einmal Karten für erhöhte Sicherheit oder geschäftliche Einkäufe wo ich Curve und die Gebührenfrei verwende. Für alles andere verwende ich bunq – ja, ich habe eine Apple Pay karte. Als Fallback habe ich die DKB girocard und Visa dabei falls mal wieder ein System ausfällt. Die gute AmEx ist auch immer dabei falls ich sie dann doch mal benötige 🙂

Revolut hat echt mega die Vorteile wenn man viel auf Reisen ist oder im Ausland bestellt. Der Wechselkurs ist nicht der von Mastercard sondern der Interbankenkurs. Also Revolut geht nicht den Weg über Mastercard sondern macht die Währungsumrechnungen direkt.

Revolut hat ansonsten alle Funktionen welche man haben muss, um sich ein gutes FinTech zu nennen. Zusätzlich bietet man noch super Business Konten an, welche teuerer sind als die von bunq dafür aber gratis Karten beinhalten und unbegrenzte Buchungsposten welche nur durch ein Limit im gesamten Betrag pro Monat ausgehend Limitiert werden.

Mit den großen Vorteilen wie Konten in allen möglichen Währungen, gratis Echtzeit Überweisungen ohne Gebühren und automatisches Sparen. Als Premium Nutzer hat man dann noch die Premium Karten Designs, Kryptowährungshandel, Versicherungen welche Tag genau auch für mitreisende Gebucht werden können, höhere ATM Limits, 3 Tage DHL Express Kartenlieferung und 20% Versicherungsrabatt.

bunq

bunq bietet mit all seinen Features einen sehr schönen Mix es als Hauptkonto zu verwenden. Alles läuft rund, jeder dort ist mega freundlich und es gibt alle paar Monate das Feature Treffen. Die netten Bilder für jeden Laden welche bunq hat, haben wir zusammen mit einem Entwickler in einer Google Spreadsheet welche mein Freund Timo erstellte gemacht. Bei Fragen ist Sanders (Backend Entwickler) sogar auf Telegram zu finden. bunq update #8 steht am 24. Juli vor der Türe wo wir wieder viele neue und auch kleine Features erhalten werden. Aber die kleine Dinge im Leben haben ja gerne mal große Bedeutung.

Mein Freund Timo hat letztens von einem Supporter für seinen Tripp sogar Tipps erhalten, da der Supporter dort einmal wohnte.

Aber mit bunq hat man das Gefühl, man hat einfach alles im Griff hat. Man bekommt 3 Karten (Mastercard / Maestro) und mit ein paar Tricks auch Apple Pay zum laufen. Mit den 25 IBANs kann man mit Freunden seine Ausgaben auf einem Trip teilen und verwalten, seinem Kind die Banken Welt nahebringen, sparen oder einfach nur Ausgaben auf den Karten limitieren.

Man kann jede Zahlung limitieren welche mit den Karten getätigt werden – vor allem online – limitieren. Standardmäßig sind nur die Europäische Union und die Vereinigten Staaten erlaubt. Alle anderen Länder muss man manuell freischalten mit Hinweis auf wenig Kartenzahlungsmöglichkeiten.

Dann hat der Account noch ein Tageslimit, welches sich unterteilt in

  • Kontaktlos
  • Riskante Zahlungen (ohne Prüfsumme oder Magnetstreifen)
  • Automaten
  • Kartenzahlung (Auch Apple Pay)
  • Zahlungen in der App

Bei jedem Händler kann man zukünftige Zahlungen erlauben, ein Limit setzen oder auch ein anderes Konto verwenden. Also das z.B. Netflix, Amazon Prime, 1Password und Co. von einem separaten Konto abgebucht werden als der Haushaltseinkauf oder der neue Staubsauger von Amazon.

Dann kann man mit der API alles mit dem Account machen was einem so vorschwebt. Die API Keys sind auf eine einzelne IP beschränkt und erfordern die Handerkennung oder den 5 stelligen Verifizierungssatz.

Sollte ein Händler also außer Rand und Band sein, könnt ihr diesen sofort blocken ohne die ganze Karte neu zu bestellen. bunq verwendet eine rotierende Verifizierungsnummer und es steht keine auf der Karte. Der Händler wird geblockt und das Problem ist vorbei.

SEPA Direct-Debit (Lastschrift) ist ganz anders gelöst. Wenn diese eintrifft, dann hat man 5 Tage Zeit das Konto entweder zu füllen, sie zu erlauben oder abzulehnen. Dies ist auch automatisierbar, aber somit ohne Gang zur Filiale nach dem monatlichen Kontoauszug am Automaten.

Man kann auch Freunden eine Anfrage senden wenn ihr z.B. für diese einkaufen wart.

Das schönste ist aber auch, dass bunq keine Investitionen mit dem Geld macht. Es liegt sicher bei der Europäischen Zentralbank und wird dort verwahrt. Auch ist das Guthaben bis 100.000€ gesichert.

Alle weiteren Features von bunq findet man unter (bunq.love)[bung.love].

bunq ist ein sehr toller Laden, ohne viel Schnickschnack, mit gutem Support und vielen kleinen Features.

Es empfiehlt sich aber imho dennoch eine echte Charge oder Credit Karte dabei zu haben. Diese sind gratis erhältlich und bieten auch im Ausland wo EMV mit online Terminals nicht so verbreitet ist eine Möglichkeit der Bezahlung. Am besten mit einem anderen Kartenanbieter als die Hauptkarte falls es mal zu Probleme dort kommen sollte. Die meisten Debit Karten mögen keine offline Transaktionen dies kann also ab und zu zu Problemen führen.

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